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Jo Clahsen

30.06.2017

UPCYCLING

Früher ging man mit einem kleinen Satz Maulschlüssel und 20 Mark zum Schrott, um einen zerstörten Kotflügel oder Seitenspiegel für den Käfer abzuschrauben und zu kaufen. Passte. Die beiden Kommilitonen Adrian Goosses und Michael Widman haben jetzt eine Art Lifehack geschaffen, oder Schrott 3.0…

Airpaq nennen die beiden Ex-Studenten das Projekt. Sie gründen eine UG, ziehen über Schrottplätze. Sie bauen Airbags, Gurte und Gurtschlösser aus den Wracks und upcyclen das Material zu neuen Rucksäcken. Und die heißen, gemäß ihrer Herkunft nicht Airbags, sondern – im Plural – Airpaqx. Aufgebaut oder designt sind die Rucksäcke wie die Riesenteile, die Fahrradkuriere schultern. Oben ein Rolltop, das den Inhalt sicher verschließt. Innen, mit wasserabweisendem Futter, ist Platz für Laptop, Kabel und Kleinkram. Außen gibt es noch ein Reißverschlussfach, wo etwa das Handy Platz finden kann.

Wer schnell ist, kriegt den Early-Bird-Preis

„Da nicht alle Airbags wasserdicht sind, haben wir uns entschlossen, ein wasserabweisendes Futter zu verarbeiten, damit der Inhalt trocken bleibt,“ so Adrian Goosses. Denn als die beiden 27jährigen vor zwei Jahren im Rahmen ihres Entrepreneurship-Studiums auf einem Schrottplatz unterwegs waren, hatten sie weder Ahung von Näharbeiten, noch von Design. Über mehrere Prototypen und learning by doing kamen sie schließlich zur heutigen Form und zum Namen Airpaq. Gelauncht werden die stilsicheren Bags auf Kickstarter, ab dem 4. Juli 2017. Dazu Gooses: „Es wird 150 'Super-Early-Bird' Rucksäcke für 99 Euro geben. Sind diese ausverkauft gehen weitere 400 Early-Bird Rucksäcke für 120 Euro raus. Sollten diese dann auch noch weg gehen, gibt’s die Rucksäcke für 129 Euro. Außerdem gibt es weitere Vergünstigungen beim Kauf von mehreren Rucksäcken.“ Good luck, boys.

Hot Schrott

Übrigens. Angedacht ist auch noch eine Individualiiserungslösung. Aber erst, wenn die Firma weiter ist und mehr Kapazitäten hat. Für den Fall, dass sich jemand von seinem Auto trennen muss, kann man dann vor der Schrottpresse die Airbags, Gurte und Gurtschlösser aus dem Auto zu einem höchst individuellen Rucksack verbauen lassen. Das wäre dann nicht nur Hot Schrott, sondern Schrott 4.0.

Auf der Ethical Fashion Show Berlin werden die Rucksäcke der Airpaq UG vom 4. bis 6. Juli erstmals ausgestellt. Die Fashion Show wird außerdem Startschuss für ihre Crowdfunding Kampagne auf der Plattform ‚Kickstarter‘ sein.

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Jo Clahsen

„Jo“ lebt seit Jahrzehnten das Thema Auto. Dabei hat er nie die Fähigkeit zur Begeisterung verloren. Hauptsache, es geht voran. Auf der Rennstrecke, der kurvigen Landstraße, am Pass, auf der Autobahn. Am liebsten natürlich mit vielen Zylindern. Und entsprechendem Klang. Aber elektrisch findet er auch cool.