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Jo Clahsen

12.03.2018

Racetracks ohne Races

Doch, es gibt sie. Alte Rennstrecken, über die im Laufe der Jahrzehnte die Spinnweben der Nichtnutzung gespannt wurden. Von Tetrower Bergring über Groß Dölln bis zum Schottenring reicht das Angebot. Dani Heyne hat das knappe Dutzend Racetracks aus dem Dornröschenschlaf geweckt. Aufwendig fotografiert und mit exzellenten Texten versehen. Und im Buch Lost Tracks verewig

Ein Car-Guy? Nicht nur. Dani Heyne ist einer der wenigen Journalisten, der sowohl die goldene Feder als auch die goldene Linse geben kann. Ob es, wie in der aktuellen Ausgabe von auto motor und sport um den Ford F 150 Raptor an kalifonischen Gestaden geht, oder um Touren mit der Vespa quer durch die USA, Heyne hat alles schon gemacht. Auch durch Island ist er mit einem Motorroller gefahren, hat hie wie da exzellente Fotos und Texte mitgebracht. 

Was ihn auf die Idee mit den „Verborgene Rennstrecken“ gebracht hat, erklärt er unumwunden so: „Immer wenn es im Ausland auf meine frühe Prägung für Rennstrecken kam, hörte ich nur Nürburgring.“ Natürlich ist der „Ring“ – die Grüne Hölle – weltweit bekannt. Zumindest bei Leuten, die ein bisschen Benzin im Blut haben. Fast scheint es, als würde es nur den Ring geben und sonst gar nichts. „Doch das stimmt nicht,“ kontert Heyne. „Und genau hier liegt der Ansatz zu LOST TRACKS.“

Auf mehr als 200 Seiten wird den Strecken wieder Leben eingehaucht. Es werden Menschen portraitiert, die sich kümmern, damit die Strecken nicht total in Vergessenheit geraten. Dazu gesellen sich Profile der Strecke, Fakten und tolle Fotos, in Farbe und in Schwarz-Weiß. Plus Geschichten, die Dani Heyne an den Strecken aufgesaugt und zu den Fotos in Szene gesetzt hat. Als Models treten dabei Opel-Fahrzeuge aus unterschiedlichen Epochen an. „Das sind die Zeugen der langen Rennsport-Geschichte von Opel,“ so Heyne. Was positiv ins Kontor geschlagen hat, war die Tatsache, dass Opel „einfach zugesagt hat, das Projekt zu unterstützen. Ganz traditionell. In die Augen schauen, Handschlag und los geht’s. Das ist heute leider selten geworden.“

Drei Jahre hat es trotzdem gedauert. Aber jetzt liegt der Band vor. In Deutsch und Englisch kann er über die von Heyne und Blumenstein gegründete Motorliebe GbR bezogen werden:

 

LOST TRACKS
VERBORGENE RENNSTRECKEN

www.motorliebe.de

18 Euro

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Jo Clahsen

„Jo“ lebt seit Jahrzehnten das Thema Auto. Dabei hat er nie die Fähigkeit zur Begeisterung verloren. Hauptsache, es geht voran. Auf der Rennstrecke, der kurvigen Landstraße, am Pass, auf der Autobahn. Am liebsten natürlich mit vielen Zylindern. Und entsprechendem Klang. Aber elektrisch findet er auch cool.