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Frank Mühling

28.01.2017

Opel Corsa OPC – Pocket-Rocket

Männer neigen bekanntlich dazu, sich ständig mit ihren Konkurrenten zu messen. Der größte, der stärkste, der klügste – man kennt ja diese ständigen Muskelspiele. Das ist in der Autobranche nicht viel anders, und so wird der Kampf um die Krone bereits bei den Power-Minis leidenschaftlich ausgefochten. 

Mit 207 PS steht der neue Opel Corsa OPC auf der Pole Position. Kein anderer Kleinwagen ist stärker, weder der Polo GTI von VW mit 192 PS, noch der Ford Fiesta ST mit 182 PS. Doch halt! Gegen Mini Cooper JCW und Audi S1 kann selbst der Corsa OPC nichts ausrichten – beide leisten 231 PS. Aber die Edel-Sportler sind eine Klasse höher angesiedelt, was sich auch am Preis offenbart: Der Opel kostet 24.295 Euro, der Mini liegt gut 5.500 Euro darüber, der Audi sogar über 6.000 Euro. Genug Theorie, ab auf die Piste. Der Vierzylinder-Turbo reißt ordentlich an, kaum zu glauben, dass unter der scharf geschnittenen Außenhaut nur 1,6 Liter Hubraum werkeln. Satter Punch im Drehzahlkeller, ein zweiter Wind bei 4000 Touren, und auch oben heraus geht dem Opel-Motor nicht die Puste aus. Klasse, so baut man Sportmotoren. Umso enttäuschender, dass der Klang trotz Remus-Sportauspuff ins Banale abkippt. Sportlich klingt der kleine Muskelprotz nur von außen – da hilft der Umweg durch den Tunnel: Fenster runter, Ohren auf!

3000 Euro für Performance-Paket sind Pflicht

Apropos: Mit vorlauten Abrollgeräuschen drängen sich die Reifen in den Vordergrund – zumindest auf dem rauen Belag rund um das nordspanische Bilbao, wo der neueste Power-Opel zum Austoben animiert. Überzeugend aber, wie handlich und verbindlich der Corsa OPC auf dem Asphalt klebt. Vor allem, wenn man 3000 Euro in das Performance-Paket investiert: 18-Zöller, Brembo-Bremsen, ein noch strafferes Fahrwerk und eine mechanische Sperre zählen dazu. Der Grip an der Vorderachse tendiert ins unglaubliche, die 207 PS und 280 Newtonmeter werden in Vortrieb und nicht in blau-weiße Qualmwolken verwandelt. Auch innen besteht Grund zur Freude. Im frech-fröhlich arrangierten Interieur setzen die serienmäßigen Recaro-Sitze echte Glanzpunkte. Das mit 300 Euro günstige Infotainment-System IntelliLink vernetzt Apple- und Android-Geräte mit dem Corsa. Probleme gab’s in meinem Fall jedoch, als ich bei laufender Zielführung auch noch über TuneIn Internetradio hören wollte. Da war’s vorbei mit der IntelliGenz.

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Frank Mühling

Frank hat schon alles gemacht, was mit Auto zu tun hat. Er kann TV, Autor und Freelance. Frank liebt die „Kracher“, steigt aber auch gerne mal in einen Kompakten. Zudem hat er ein Händchen für Gebrauchte. Und Young- sowie Oldtimer. Er fährt, trotz mehr als 190 Zentimeter Länge, auch gerne mit seiner alten Honda Dax.