header_guest.jpg

Andreas Burkert

09.01.2018

CES 2018: Das intelligente Automobil erobert die Wüste

© Andreas Burkert

Das Eldorado moderner Mobilität findet sich dieser Tage inmitten der Wüste von Nevada. Im Spielerparadies in Las Vegas treffen sich zur International Consumer Electronics Show (CES) die klügsten Köpfe der intelligenten Automobilität.

Gespannt blickt die Automobilbranche dieser Tage nach Las Vegas. Vom 9 bis 12. Januar 2018 findet dort die International Consumer Electronics Show CES 2018 statt, die derzeit wichtigste Messe rund um das Auto der Zukunft. Präsentiert werden dort nicht nur die neuesten Dienstleistungen und technischen Produkte aus dem Bereich der Verbraucherelektronik. Auch die Vernetzung erreicht die nächste Entwicklungsstufe. Und das Internet der Undinge seinen augenblicklichen Höhepunkt.

Einst war das Las Vegas Convention Center Geburtsstätte von Videorekorder, Laserdisk und DVD. Heute gilt die mittlerweile weltweit größte Fachmesse für Unterhaltungselektronik als Gradmesser für die Innovationskraft einer Multi-Milliarden Dollar schweren Branche. Im Zentrum der diesjährigen Show steht dabei die allmächtige IT. Und ihr unterjocht: das intelligente Automobil. Das nämlich avanciert dort zum softwarebasierten System, welches, vernetzt und ausgestattet mit künstlicher Intelligenz, nahezu alle Bedürfnisse des Fahrers erfüllen soll. 

Vernetzte Mobilität rettet Leben

Natürlich aber bedeutet das Vernetzen aller Systeme im Automobil ein Rückgang der Unfallzahlen. Zahlreiche Sensoren und Kamerasysteme, im Auto verbaut, überwachen das Umfeld des Autos. Und zwar um ein Vielfaches schneller und detaillierter als dies ein Mensch je könnte. Dass die "Vernetzung auch weniger Stress für den Fahrer" bedeutet, wie Bosch-Geschäftsführer Dirk Hoheisel erklärt, ist für die Autobranche im Übrigen fast noch wichtiger. Wird nämlich das Smartphone intelligent ins Infotainmentsystem integriert, um dort wertvolle Daten zu sammeln, lassen sich nicht nur wichtige Erkenntnisse über den Straßenzustand ermitteln. Entsprechende Systeme werden auf der CES zahlreiche Unternehmen vorstellen.

Da ist das von Bosch angekündigte Cockpit der Zukunft nur ein Teil einer Mensch-Maschine-Schnittstelle. Auf fünf aufeinander abgestimmten Displays wird dem Fahrer einer Konzeptstudie eines Cadillac Escalade die neue bunte Welt vorgeführt. Der Fahrer wird mittels Fahrerkamera und Sprachassistent erkannt und der Innenraum automatisch auf seine individuellen Einstellungen und Vorlieben angepasst. Infotainment, Navigation und Klimafunktionen werden per Spracheingabe oder mit einem Bedienfeld mit haptischem Feedback gesteuert.

Das Auto ist immer online

Um diese und weitere Funktionen nutzen zu können ist das Fahrzeug mit dem Smart Home und seiner Umgebung vernetzt – und immer online. Das Cloud Car nimmt Gestalt  an und kann nun direkt mit dem Fahrer wie auch mit anderen Verkehrsteilnehmern im Umfeld kommunizieren. Vor diesem Hintergrund ist das Automobil für jedes IT-Unternehmen Objekt der Begierde. Es lässt sich nämlich vortrefflich vernetzen und damit als Datenquelle nutzen – zur Freude der Automobilhersteller, die damit mehr über den Autofahrer erfahren können.

Die allerdings müssen im Wettlauf zum Mobilitätsanbieter mit mächtigen US-amerikanischen Internetkonzernen konkurrieren. Alle wollen das Auto zur Plattform attraktiver Mobilitätskonzepte und zum digitalen Erlebnisraum machen. Milliarden sollen dann mit der Zeit beim Autofahren verdient werden. Zuvor muss die Branche aber enorme Summen in das Erforschen von künstlicher Intelligenz investieren.

Weitere aktuelle Meldungen rund um das Auto der Zukunft im CES-Ticker 2018

Bilder zum Vergrößern klicken


Andreas Burkert

Andreas Burkert ist Herausgeber des femininen Auto- und Reisemagazins active woman drive&style. Auch ist er Korrespondent des Fachmedien-Magazins ATZ und Buchautor. Burkert war Chefredakteur des Fachmagazins für das Kraftfahrzeughandwerk „Krafthand“, verantwortlicher Redakteur bei Automobil Elektronik, Automobil Produktion und Elektronik. Er hat Elektrotechnik, Hochfrequenztechnik an der Fachhochschule Emden studiert. Nach dem Studium war er für Siemens in der Forschung und Entwicklung im Bereich Nachrichtenkabel sowie in Thailand als Supervisor Telekommunikation Infrastruktur tätig. Der gebürtige Ostfriese lebt und arbeitet seit 2000 in München. Hier sein Ausblick auf die CES 2018 in Las Vergas.